Zum Inhalt springen
remarx.de
Menü

Auf den Plätzen in Frankfurt stehen Dichter und Erfinder aus Bronze. Bei Regen glänzen ihre Schultern, und auf dem Sockel steht eine Inschrift, die man im Vorbeigehen nicht liest. Ich meistens auch nicht, ich sehe sie von außen und gehe weiter. Die Figur sehe ich, den Namen kenne ich, der Rest ist Gewohnheit.

So ähnlich begegnet einem Marx. Den meisten begegnet er im Bild: als Figur auf einem Sockel, als Satz auf einer Postkarte, als Zeichen am Ersten Mai. Im Buch trifft man ihn selten, er wird öfter gezeigt als gelesen.

Diese Rubrik sammelt solche Bilder: Orte, Sätze, Zeichen. Sie fragt, woher sie kommen und was hinter ihnen liegt. Ob die Bilder recht haben, ist eine andere Frage, die ich hier nicht stelle. Ein Bild ist eine Abkürzung, und eine Abkürzung ist brauchbar, solange man weiß, wohin sie führt und wo man sie verlassen muss, um den Text zu finden. Ich schaue als Leser hin, ich bin kein Kunstkenner: von außen, ohne Titel, mit dem Taschenbuch in der Tasche.

Figuren auf dem Sockel

Marx-Figuren sind mir nur als Foto und als Buchseite begegnet. Auf einem Foto sieht man Material und Haltung, und das genügt, um eine Figur wiederzuerkennen. Wo solche Figuren stehen, zeigt eine kleine Karte aus Bronze, angelegt mit dem Blick eines Lesers, der Fotos vergleicht und nachschlägt.

Sätze ohne Buch

Ein Satz lebt oft getrennt von dem Buch, aus dem er stammt, und auf dem Weg zur Postkarte wird er kürzer. Zurück bleibt eine Zeile, die gut aussieht und wenig erklärt. Woher zwei dieser Sätze stammen, zeigt der Beitrag zu einem berühmten Spruch von Karl Marx. Dort steht auch, in welchem Zusammenhang sie ursprünglich standen, mit dem Satz davor und dem Satz danach.

Zeichen, die neben dem Text herlaufen

Die Zeichen der Arbeiterbewegung gehen neben Marx’ Büchern her. Sie haben eine andere Herkunft und berühren die Bücher doch an manchen Stellen. Was sich über die Blume als Zeichen der Arbeiterbewegung am Ersten Mai belegen lässt und was offen bleibt, hält der Beitrag dazu auseinander. Das ist weniger, als ein Denkmal verspricht, und mehr, als eine Postkarte verrät.

Am Ende bleibt die Abkürzung. Sie ist schneller als der Weg, das ist ihr Zweck und ihr Fehler. Ich nehme sie oft und gern. Trotzdem wartet auf jedem dieser Plätze die Inschrift auf Augenhöhe, ein paar Zeilen, die nicht weglaufen, während man im Vorbeigehen zur Figur hinaufsieht.

Wo Marx sonst auftaucht